BETWEEN
Der israelische Künstler Micha Ullman sagte: „In knowing how to demolish something you build yourself. “ Dieser Satz prägte mich und meine Arbeit. Zerstörung und Umformung sind ein sehr bedeutender Teil dieser Werkserie. Es ist wie der Versuch Wörter oder Sprache aus der Stille oder dem Inneren eines Objekts zu holen. Das entstehende Gebilde ist eine Art Buchstabe, der eine fließende Form besitzt. Man kann ihn nicht genau deuten. Er beschreibt nur sich selbst. Seine Kontur ist seine Gegenkontur. Sein Umraum ist auch das Gebilde selbst. Eine paradoxe Situation, die sich uns gegenüberstellt. Die Form speist sich aus der Reaktion auf ein Bild. Der Schnitt wird teilweise von mir, teilweise vom Bild gelenkt. Das, was entsteht, ist eine magische Form des Dazwischens.
PROZESS
Ein Bild wird ausgewählt – das Auge schweift darüber – es entsteht eine Idee der Zerlegung – das Skalpell schwingt über das Papier – die Teile werden auseinandergezogen – die optimale Position wird gefunden – Punkte werden am Karton markiert – die zwei Hälften werden mit Sprühkleber fixiert – die entstandene Leere wird mit Farbstiften schraffiert.
INSPIRATION
Im besten Falle inspirieren die Werke dazu, sich zu bewegen. Die Formen nachzufühlen, nachzutanzen und in sich aufzusaugen als Möglichkeit der Geschmeidigkeit in der Welt.
Das Zitat von Hermann Hesse ist hier sehr zutreffend: „Weich ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels, Liebe stärker als Gewalt.“ Diese Weichheit, die dem Wasser gleicht und die die Liebe darstellen möchte, kann uns eine Inspirationsquelle sein. Kein Stein kann das Wasser formen, das Wasser jedoch den Stein.
Mehr über die Kunst von Gerhard Kubassa www.gerhardkubassa.com