Albecker Engelwelt
Ständige Ausstellung über Wesen und Wirken der Engel
Ab 28. Februar 2009 geöffnet Mittwoch bis Sonntag und Feiertag 10 bis 18 Uhr
"Still und unsichtbar stehen sie am Wegesrand. Sie retten dich durch die dunklen Täler deines Lebens hindurch und lassen dir auch in tiefster Nacht einen Stern am Himmel aufleuchten. Sie weiten die Enge deiner Angst hin zu helleren Räumen, in denen Freude keimen und Zuversicht wachsen kann. Still und unsichtbar geben sie dir Geleit, Lichtboten einer unsichtbaren Welt: die Engel."
Die Ausstellung über Wesen und Wirken der Engel möchte dem Besucher die Bedeutung der Engel näher bringen. Engel als die Boten Gottes stehen für die Sehnsucht des Menschen nach Schutz und Hilfe und die Gewißheit, nicht alleingelassen zu sein. Sie sind für viele Menschen ein spiritueller Ausgleich zum Materialismus unserer Zeit. Engel waren und sind allgegenwärtig in vielen Weltreligionen, in der Kunst und im Alltag. Wertvolle historische Leihgaben, Schöpfungen moderner Künstler, Bilder und Texte in harmonischem Arrangement vermitteln die faszinierende Vielfalt des Themas.
Derzeit werden Bilder (abstrakte Engeldarstellungen) von mitreißender Dynamik, Glas- und Plexiglasobjekte von Frau Prof. Edith Temmel, Graz ausgestellt.

Erzengel Gabriel, 1720, Leihgabe der Pfarre Sirnitz

Betender Engel, 1810, Leihgabe der Pfarre Schottenfeld, Wien

Trauernder geflügelter Genius, römisch, 2. Jh. n. Chr., Landesmuseum Kärnten
Über diese Ausstellung
Das Universum wird vom Geist beherrscht
Universum hat eine geistige Struktur, in welcher lebensspendende und lebenshemmende Kräfte, personenhafte Geistesmächte wirken. Der Mensch ist in diese umfassende Einheit des Universums eingebunden. In der Tradition der Menschheit wurde nie die Wirklichkeit von Geisteswesen - Engeln und Dämonen - angezweifelt. Die Urerfahrung des Götterboten ist ein Leitmotiv des religiösen Erlebens der Menschheit.
Die Zweifel der Aufklärung
Zweifel daran kamen erst in der Zeit der Aufklärung(17., 18., Jahrhundert), als man versuchte, undurchschaubare Phänomene von Geist und Körper rational zu erklären, wodurch es zum Verlust der Sinngebung des kosmischen und menschlichen Seins bis hin zum Nihilismus kam. Engel als personale Geisteswesen wurden kaum noch ernst genommen.
Renaissance des Engelglaubens
In jüngster Zeit zeichnet sich ein neu erwachendes Interesse an den Engeln ab. Die Psychologie und Psychotherapie nimmt Mythen und Märchen als Ausdrucksweisen von Sehnsuchtsbildern der Seele ernst. So kann man den neuen "Engelboom", der auch die Esoterik prägt, als Ausdruck der Suche des heutigen Menschen nach einem Gegengewicht zum vorherrschenden Materialimus eines technisch-rationalistischen Zeitalters verstehen.
Künstler des 20. Jahrhunderts haben diese Thematik wieder aufgegriffen: so der Dichter Werner Bergengruen, der Bildhauer und Literat Ernst Barlach oder die Maler Paul Klee und Marc Chagall, welch letzterer die Engel als Künder der göttlichen Herrlichkeit versteht. Auch in der Theologie fand der Engel einen neuen Stellenwert, so etwa, wenn sich der Theologe Dietrich Bonhoeffer von "wunderbaren Mächten" geborgen weiß.
Albecker Engelwelt
Die "Albecker Engelwelt" als ständige Ausstellung trägt dieser Aktualität Rechnung. Als permanente Ausstellung wird sie über Jahre versuchen, die Vielfalt und Tiefgründigkeit dieses faszinierenden Themas mit Feingefühl und Ernsthaftigkeit darzustellen. Neue Gedanken, neue Leihgaben, neue Künstler, neue Texte, neue Bilder werden sie lebendig erhalten. So wird der Besucher immer wieder etwas Neues finden - die Ausstellung wird einem Lebensprinzip folgend
sich ständig verändern und entwickeln
und doch dieselbe bleiben!

Leonardo, Verkündigung
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